Menschen mit Behinderungen dürfen die Burg Grabštejn betreten

Das konnten wir während des Workshops "Barrierefreie Denkmäler, Visionen oder Realität?" sehen.

Die Eröffnungsrede hielt die Vorsitzende des Disway-Verbandes zur Unterstützung des Reisens von Menschen mit Behinderungen, Frau Mgr. Jana Panáčková. Auch die Projektpartner von deutscher Seite, Frau Juliane Wojan, MGO mbH und Susanne Mannschott, ZSG mbH, sprachen ein paar Worte. Sie freuten sich sehr, dass dieses wichtige Thema Menschen unter einem Dach zusammenbringt, die nicht nur mit ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung zur Diskussion beitragen können, sondern auch etwas zum Besseren verändern wollen.

Wir freuen uns, dass Herr Miloš Krčmář, Direktor des Nationalen Instituts für Kulturerbe, die Einladung angenommen hat. Er erklärte uns anhand mehrerer Beispiele, wie diese Organisation versucht, den unschätzbaren historischen Wert von Denkmälern zu erhalten und gleichzeitig auf die Bedürfnisse der Öffentlichkeit zu hören, zu der Menschen mit Behinderungen sicherlich gehören. 

Věra Ozogánová, Kastellan der Burg Grabštejn, teilte ebenfalls ihren Standpunkt. Jeder Besucher ist hier herzlich willkommen, aber für den Behinderten ist es besser, sich im Voraus anzumelden, damit der Besuch des Schlosses für ihn so angenehm wie möglich ist. Es geht nicht nur um Rollstuhlfahrer, sondern auch um blinde und nicht zuletzt gehörlose Menschen. Jede Behinderung erfordert unterschiedliche Aufmerksamkeit und Hilfsmittel, wie vorbereitete Überfälle oder ein haptisches Modell des Schlosses.

In einem weiteren spannenden Vortrag erklärte uns der Architekt Tomáš Efler, wie auch die Volksarchitektur von Fachwerkhäusern behindertengerecht gemacht werden kann. Wie lebten die Menschen in den vergangenen Jahrhunderten und wie sah ein solches hölzernes Gehöft im Inneren aus? Diese Atmosphäre erlebt man am besten bei verschiedenen Volksfesten, die zum Beispiel in Merboltice stattfinden.

Ein integraler Bestandteil des Reisens ist eine qualitativ hochwertige und barrierefreie Unterkunft. In seinem Vortrag stellte uns der Dozent Markus Kranich die Möglichkeiten vor, die Menschen mit Behinderung in der Windmühle Seifhennersdorf geboten werden.

Wir freuen uns, dass Herr Petr Hazuza von Konto Bariéry auch online einsteigen konnte. Er hörte sich die Vorträge aller Performer an und trug mit inspirierenden Kommentaren zur Diskussion bei, wie z.B. der Wichtigkeit einer regelmäßigen Aktualisierung der abgebildeten Daten.

Kateřina Novotná von der Prager Rollstuhlorganisation verfügt über langjährige Erfahrung in der Kartierung der Barrierefreiheit von Gebäuden in Prag. 

Sie erwähnte zum Beispiel die hervorragende Erreichbarkeit des Nationalmuseums. Auf der anderen Seite konnten wir lustige Beispiele dafür sehen, wie architektonische Elemente, die vielleicht auf dem Papier sinnvoll sind, im wirklichen Leben keinen Sinn ergeben. Manchmal bedeutet es im Gegenteil ein großes Hindernis für Behinderte.

Die Rampen und der unscheinbare Aufzug der Burg Grabštejn sind jedoch ein gutes Beispiel dafür, wie Barrieren auch in einem historischen Gebäude gelöst werden können.

Gemeinsam mit unseren Partnern glauben wir, dass die mobile App Disway Trails, die auf dem Workshop von unseren Entwicklern Tomáš Hluštík und Tomáš Bien vorgestellt wurde, ein Segen für die Behindertengemeinschaft sein wird. Die Resonanz war sehr positiv und wir hoffen, dass diese App Menschen mit Behinderungen den Mut geben wird, Orte nicht nur in der tschechisch-deutschen Grenzregion, sondern auch in anderen interessanten Tourismusregionen zu entdecken.

Es war ein sehr schöner und erfolgreicher Tag. Hoffentlich haben wir es geschafft, die richtigen Leute zu verbinden, die dazu beitragen, die allgegenwärtigen Barrieren zu beseitigen und den Betroffenen das Reisen zu erleichtern.

Maruška Harcubová

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