Barrierefrei durch Harrachov
Ein schöner Tagesausflug durch unsere schöne Bergstadt Harrachov ist mit einem elektrischen und mechanischen Rollstuhl befahrbar. Vom Busbahnhof, wo es eine neue öffentliche Toilette gibt und wo Sie parken können, fahren Sie am Šindelka-Museum vorbei (das leider noch nicht rollstuhlgerecht ist) und zum nahe gelegenen Meet Point Bistro Mumlava. Es ist rollstuhlgerecht und bietet gutes Essen und Trinken.
Weiter über die Überführung der Harrachover Umgehungsstraße führt der Weg etwa 800 m auf dem blauen Wanderweg durch den Wald und steigt leicht bis hinauf zum bekannten Mummelfall. Diese Route ist bei allen Riesengebirgsbesuchern beliebt.
Sie kommen zur Blockhütte Srub U Lišáka. Der Eingang führt zwar über Stufen und auch die Toilette ist nicht barrierefrei, aber Tische und Bänke stehen auch draußen an der Straße und das Personal ist stets bereit, Menschen mit Handicap zu helfen.
Direkt gegenüber dem Imbiss U Lišáka führt der Weg bergab zum Mummelfall. Die Wasserabführrinnen wurden von den Straßenarbeitern des Nationalparks Riesengebirge zwar bereits gerichtet und der Weg instandgesetzt, aber hier und da ragen Steine empor, die mit dem Rollstuhl umfahren werden müssen. Am Wasserfall befindet sich ein Steg. An seiner Auffahrt liegen ein paar Steine, aber das ist zu schaffen. Hinunter zum Wasser gelangt ein Rollstuhlfahrer zwar nicht, aber vom Steg aus besteht eine schöne Aussicht auf den Wasserfall.
Von der Straße ein Stück über dem Wasserfall sind die interessanten „Riesentöpfe“ – manchmal auch „Kessel“ genannt – gut zu sehen, die vom Wasser und dem Gestein aus dem Granitboden des Flusses Mummel (Mumlava) ausgewaschen wurden. Im Sommer ist das ein beliebter Ort für Abgehärtete.
Vom Bistro U Lišáka geht es rechts etwa 2 km auf einem angenehmen ebenen Waldweg weiter, der Harrachover Weg genannt wird. Am Einkaufsmarkt Norma fahren wir mit dem Rollstuhl ein Stück entlang der Hauptstraße in Richtung des einzigen Schornsteins in Harrachov, des Schornsteins der Glasmacherei.
Nach etwa 200 m werfen wir einen Blick in die St.-Elisabeth-Kapelle, die in ihrem Türmchen eine gläserne Glocke hat, und schon befinden wir uns an der ältesten Glasmacherei in Böhmen und angeblich auch weltweit – mit vollem Namen Glasmacherei und Minibrauerei Novosad und Sohn (Sklárna a minipivovar Novosad a syn). Nach vorheriger Absprache (unter der Telefonnummer +420 481 528 141) kann eine Exkursion nicht nur auf Tschechisch, sondern auch auf Deutsch oder Englisch vereinbart werden. Sie gelangen in den Glashüttenbetrieb und können unsere geschickten Glasmacher an den glühenden Öfen beobachten. Ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis.
Im Hof der Glasmacherei befindet sich der Eingang zum Glasmuseum, wo es mehr als 5000 wunderschöne Exponate des hiesigen zarten Werks zu sehen gibt. Rollstuhlfahrer können den Fahrstuhl nutzen.
Zum Restaurant und der Minibrauerei führen leider jede Menge Stufen. Es gibt zwar einen Fahrstuhl, aber nur einen Lastenaufzug. Das ausgezeichnete Hefeweißbier kann man sich jedoch auch an der Rezeption der Glasmacherei zum Mitnehmen kaufen. Nahe der Rezeption gibt es auch ein barrierefreies WC.
Von der Glasmacherei gehen wir bergab zur etwa 300 m entfernten Bobbahn. Der Spaziergang rundherum ist barrierefrei. Hier gibt es einen „Schuhbaum“, eine Seilbahn in den Bäumen und draußen auf der Terrasse einen Außensitzbereich. Ein barrierefreies WC ist hier leider nicht vorhanden.
Durch das Annental (Anenské údolí) gelangen wir zum Brunnen und der Johannes-Nepomuk-Skulptur, wo neuerdings auch ein Priessnitz-Becken errichtet ist. Weiter fahren wir vorbei an den großen Menhiren beim Sessellift bis hin zur berühmten Bierstube Pivnice U Krtka. Man kann nur draußen sitzen, dem Zugang zur Bierstube mit einem Rollstuhl steht eine ziemlich hohe Stufe im Weg.
Von hier begeben wir uns bergauf zur Wenzelskirche, wo zwar nach innen auch wieder viele Stufen führen, aber dafür besteht von hier oben eine wunderschöne Aussicht auf den Teufelsberg (Čertova hora) und die Sprungschanzenanlage. Übrigens schmücken die Kirche seit Kurzem drei neue Glocken – Gott, St. Wenzel und Maria.
Von hier aus ist es nur noch ein kleines Stück, vorbei am Informationszentrum des Nationalparks Riesengebirge (Tel. +420 481 529 188), zurück zum Busbahnhof. Machen Sie unterwegs noch Halt an der interessanten Rosette von Heilkraft-Menhiren vor dem Hotel Ski Centrum. Gehen Sie dreimal um die Steine herum, denken Sie an die Erfüllung Ihrer Träume, bitten und danken Sie.
Auf dem Busbahnhof befinden sich ein kleines Skimuseum mit einer Auffahrt für Rollstuhlfahrer und ein neues barrierefreies selbstreinigendes WC.
Auf der Plattform fertigen und beholzen sie eine neue barrierefreie Selbstreinigungstoilette.
Harrachov ist ein hübsches Gebirgsstädtchen, das in einer Höhe von knapp 700 m über dem Meer liegt. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1720 und dauerhaft leben hier etwa 1300 Einwohner. Also, kommen Sie vorbei, oder anders – wie man bei uns im Riesengebirge zu sagen pflegt: „Kommen und weilen Sie!“
"Komm und bleibe!"
Maruška Harcubová