Menschen mit Behinderung können die Schönheit der deutsch-tschechischen Grenze besser entdecken
In der deutschen Stadt Seifhennersdorf fand der abschließende Workshop des Projekts "Reisen mit Behinderungen" statt, der den Höhepunkt der monatelangen Arbeit an der Kartierung und Gestaltung neuer Wege für Rollstuhlfahrer und andere Menschen mit Behinderungen darstellte.
Ziel des Disway Trails-Projekts war es nicht nur, gemeinsam die Herausforderungen bei der Verbesserung der Zugänglichkeit zu natürlichen und historischen Stätten zu erörtern, sondern vor allem, zusammen mit lokalen Patrioten, ganz neue Routen für Reisende mit Behinderungen zu schaffen und ihnen eine moderne Web- und Handy-App anzubieten, die sie durch die Region führt.
"Die Kartierung wurde von Rollstuhlfahrern selbst durchgeführt, da sie alle Anforderungen an die Barrierefreiheit am besten einschätzen und bewerten können. Wir haben die Kartierung nach der Methodik der Prager Organisation für Rollstuhlfahrer durchgeführt, die vom Ministerium für regionale Entwicklung übernommen wurde. Wir haben sowohl die Objekte selbst als auch die Wege in der Natur kartiert", fügt Aleš Černohous, einer der Kartographen, hinzu.
Insgesamt wurden 17 neue Reiserouten erstellt, über 60 Objekte kartiert und 11 Menschen mit Behinderungen an der Kartierung beteiligt. Die Tatsache, dass Menschen mit echten Behinderungen direkt an der Kartierung selbst beteiligt sind, macht das Projekt einzigartig.
Es fanden mehrere Workshops mit lokalen Unternehmern und Verwaltern von Natur- und Kulturdenkmälern statt. Für sie ist das direkte Feedback von Menschen mit realen Einschränkungen sehr wertvoll. Ein Gasthaus, einen Wanderweg oder ein Kulturdenkmal nur durch die vorgegebenen Normen und Vorschriften zugänglich zu machen, ist nur die Hälfte des Erfolgs. Gerade die kleinen Dinge, die zum Beispiel Rollstuhlfahrer oft sehen, können einen Ort zu einem wirklich barrierefreien Raum machen.
"In San Francisco fanden wir ein gut ausgestattetes, barrierefreies Zimmer, allerdings im zweiten Stock ohne Aufzug. In Mähren gab es eine Unterkunft mit einem gut ausgestatteten Badezimmer, aber es waren so viele Möbel im Zimmer, dass es unmöglich war, sich mit einem Rollstuhl zu bewegen. In Dublin gab es fünf Stufen, die zum rollstuhlgerechten Zimmer führten. Die Empfangsdame nahm den Aufzug mit uns und kontrollierte nur am Fuß der Treppe... Menschen ohne Behinderungen können einfach nicht alle Hindernisse sehen, die Rollstuhlfahrer auf der Straße erwarten", fügt Marie Harcubová hinzu, die trotz ihrer Einschränkungen über 35 Länder besucht hat.
Die neue mobile App kann kostenlos unter trails.disway.org heruntergeladen werden, wo man auch die neuen Wanderwege durchsuchen kann. Die Projektorganisatoren wollen die Kartierung der Wege fortsetzen, um Menschen mit Behinderungen dabei zu helfen, Reisebarrieren abzubauen.